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Café Achteck – eine Bedürfnisanstalt

Kiezgeschichte aus Berlin
Café Achteck am Gendarmenmarkt📌
Als Café Achteck werden in Berlin scherzhaft öffentliche Toiletten aus grünen gusseisernen Platten bezeichnet, von denen viele einen achteckigen Grundriss haben.

Errichtet wurden die ersten Urinale 1863 in Berlin. Sie sollten die durch das starke Bevölkerungswachstum verursachten Hygiene-Probleme eindämmen.

Landflucht und Industrialisierung machten die Hauptstadt ab der zweiten Hälfe des 19. Jahrhunderts zu einer begehrten Adresse. Die Bevölkerung wuchs von rund 700.000 Menschen in 1870 auf knapp zwei Millionen im Jahr 1919. Und bis Anfang der 1870er Jahre gab es in Berlin keine echte Kanalisation.

WC aus der Kaiserzeit am Rüdesheimer Platz📌
Beleuchtung mit Stil
Pissoir am Prenzlauer Berg📌
Im Jahr 1920 gab es mehr als 140 dieser Pissoire in Berlin. Heute sind noch einige erhaltene Exemplare in der Stadt zu finden.

Emanzipation beim Toiletten-Gang

Ursprünglich gab es die öffentlichen Toiletten, die im Innern mit sieben Stehplätze ausgestattet sind, nur für Männer. Öffentliche Toiletten für Frauen wurden aus Sicherheits- und Schicklichkeitsgründen abgelehnt. Die ersten Toiletten für beide Geschlechter wurden 1879 gebaut.