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Berliner Suppenschüssel – Weltwunder des Biedermeier

Kiezgeschichte aus Berlin-Mitte
Die größte aus einem Stein gefertigte Granitschale der Welt📌
Im Lustgarten vor dem Alten Museum steht die größte aus einem einzelnen Stein gefertigte Schale der Welt. Die riesige, aus rotem Granit gefertigte Schale galt in der Biedermeierzeit als technisches Wunderwerk.

Die gigantische Granitschale hat ein Durchmesser von 6,91 Metern, ein Umfang von 21,7 Meter und wiegt rund 75 Tonnen. Entstanden ist sie aus einer Art Wettstreit, den sich König Friedrich Wilhelm III. mit dem Duke of Schale Devonshire lieferte. Als die königliche Hoheit erfuhr, dass dieser bei dem Steinmetz Cantian eine große Schale aus Granit bestellt hatte, orderte er 1826 bei ihm ebenfalls ein solches Kunstwerk, das allerdings weitaus größer sein sollte als das des britischen Gesandten.

Als Material verwendete Cantian einen der Markgrafensteine aus den südlich von Fürstenwalde gelegenen Rauenschen Bergen. Der gewaltige Stein wurde von dort per Schiff nach Berlin transportiert. Gewinnung und Transport des Steines sowie die Fertigung der Schale haben die Menschen damals außerordentlich begeistert. Das viel bestaunte Objekt – im 19. Jahrhundert auch ein Symbol der Macht – wurde von dem Maler Johann Erdmann Hummel in Skizzen und auf Gemälden mehrfach abgebildet.

Die Granitschale vor dem Alten Musuem📌
Technisches Wunder im 19. Jahrhundert📌
Frühstücksort der besonderen Art📌
Zur Einweihung der Granitschale 1834 wurde ein Festfrühstück veranstaltet, bei dem rund Personen in dem Kunstwerk saßen.

Suppenschüssel mit Platzproblemen

Das Biedermeierweltwunder, das der preußische König Friedrich Wilhelm III. anfertigen ließ, sollte eigentlich in der Rotunde des Museums aufgestellt werden. Doch da die Granitschale größer wurde als ursprünglich geplant, fehlte dort der Platz und sie wurde davor postiert.

Im Volksmund erhielt das monumentale Kunstwerk aufgrund seines Aussehens schnell den Spitznamen „Königliche Suppenschüssel“. Heute ist die Granitschale in der Hauptstadt vor allem als „Berliner Suppenschüssel“ bekannt.